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Ökogas

Ökogas ist ein Überbegriff für klimafreundlichere Tarife gegenüber herkömmlichen Gastarifen. Entweder beschreibt dies eine Mischung aus herkömmlichem Erdgas und Biogas/Wasserstoffgas/Klimagas oder einen Gasvertrag, der an die Kompensation der entstandenen CO₂-Emissionen geknüpft ist. 

 

Verschiedene Gasversorger bieten unterschiedliche Angebote für Ökogas an, die sich in Nachhaltigkeit, Zertifizierung und Biogasanteil unterscheiden. Verbraucher:innen leisten durch die Wahl zu nachhaltigen Ökogastarifen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und unterstützen die Energiewende. Im Folgenden erklärt Wechseljetzt.de alles, was Sie zu diesem Thema wissen müssen.

 

Was kostet Ökogas?

Die Preise innerhalb Deutschlands für Ökogas können sehr stark variieren. Aus diesem Grund lohnt es sich, zu jedem Zeitpunkt einen Ökogasvergleich durchzuführen und zu einem der günstigsten Ökogasanbieter zu wechseln. Oft ist die Differenz sehr gering, oder der günstigste Tarif ist sogar automatisch ein Ökogastarif! In der nachfolgenden Tabelle können Sie das Preisverhältnis (Stand 22.06.2026) für die 10 größten Großstädte nachsehen: 

 

Stadt

Postleitzahl

Günstigster Tarif 

Günstigster Ökogastarif

Differenz

Berlin

10115

€1583.50

€1583.50

€0.00

Hamburg

20095

€1648.00

€1648.00

€0.00

München

80331

€1702.61

€1703.90

€1.29

Köln

50667

€1660.30

€1660.30

€0.00

Frankfurt am Main

60306

€1661.40

€1666.62

€5.22

Düsseldorf

40210

€1688.20

€1688.20

€0.00

Stuttgart

70173

€1710.00

€1710.85

€0.85

Leipzig

04103

€1766.69

€1768.40

€1.71

Dortmund

44137

€1747.60

€1747.60

€0.00

Essen

45127

€1830.42

€1833.00

€2.58

 

Noch genauer über klimafreundliche Energie informieren? WechselJetzt.de hat eine ausführliche Analyse zu Ökostromtarifen durchgeführt.

 

Lohnt sich Ökogas?

Ja, für den Klimaschutz sind Änderungen im Wärmesektor unabdingbar. Obwohl Erdgas schon klimaneutraler ist als Kohle, ist die Nutzung von Erdgas für Millionen Tonnen CO₂-Ausstoß jährlich verantwortlich. Durch den Wechsel zu Ökogas kann der CO₂-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichem Erdgas deutlich reduziert werden. Ein CO₂-Ausgleich in Form von Ökogas ist daher etwas, womit jeder einen kleinen Beitrag leisten kann.

 

Ökogas-Arten 

Beim Ökogas handelt es sich nicht um eine festgelegte Zusammensetzung, sondern die Anteile unterschiedlicher Träger können zu unterschiedlichem Maße kombiniert werden. Meist bildet fossiles Erdgas dennoch die Basis. Wichtig hier zu wissen: das Gas, das bei Ihrem Gasanschluss ankommt, ist nicht zwingend Ökogas, es handelt sich hierbei um einen allgemeinen Gasmix, der im Netz ist. Der Anteil des Ökogases, für den Sie einen Vertrag abschließen, wird lediglich in das allgemeine Netz eingespeist. 

 

Biogas

Eine Option ist es, dem Erdgas Biomethan beizumischen. Biomethan entsteht durch Vergärung von Abfall und Gülle und wird ins Gasnetz eingespeist. Das Produkt spezieller Herstellung davon wird Biogas genannt. Biogas wird überwiegend aus Biomasse wie Energiepflanzen sowie organischen Rest- und Abfallstoffen gewonnen. Besonders die Nutzung von Rest- und Abfallstoffen, wie organischen Abfällen und Gülle, unterstreicht die nachhaltige Herkunft und den ökologischen Vorteil von Biogas. 

 

Die Menge an erzeugtem Biogas hängt dabei maßgeblich von der verfügbaren Biomasse ab. Biogas ist CO₂-neutral, da nur so viel CO₂ verbrannt wird, wie die Pflanzen zuvor aus der Atmosphäre entzogen haben. Die Nutzung von Biogas trägt somit zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei. Das meiste Biogas wird jedoch nicht für private Haushalte, sondern für die Stromerzeugung in Form der Kraft-Wärme-Kopplung genutzt.

 

Klimagas

Eine andere Art Ökogas ist Klimagas. Klimagas besteht meist aus fossilem Erdgas, dessen CO₂-Emissionen durch die Unterstützung sauberer Klimaschutzprojekte ausgeglichen werden. Einige Ökogas-Anbieter investieren auch neben einem Anteil Biogas gezielt in solche Klimaschutzprojekte, um die CO₂-Emissionen auszugleichen. Die CO₂-Kompensation sollte dabei nach dem Gold Standard zertifiziert sein, um eine glaubwürdige und hochwertige Kompensation sicherzustellen. Es gibt verschiedene Zertifikate, mit denen Ökogas ausgezeichnet werden kann. Bei gegebenen Zertifikaten kann sich der/die Endkonsument:in aufgrund der CO2-Kompensation trotzdem darauf verlassen, dass kein ökologischer Fußabdruck durch den Gaskonsum entsteht.

 

Wasserstoffgas

Seit Kurzem fließt auch Wasserstoff durch Deutschlands Gasleitungen. Dieser wird durch Elektrolyse hergestellt. Bei überschüssigem Strom wird Wasser durch Strom gespalten und Wasser- sowie Sauerstoff entstehen. Der Wasserstoff fließt in kleinen Mengen zum Erdgasnetz und wird mitverbrannt. Dadurch wird der Gaskonsum verringert, was sich positiv auf die Umwelt auswirkt. Der Einsatz dieser Technik ist im Moment jedoch sehr gering.

 

Was ist das bessere Ökogas?

Doch was ist nun besser: Klima- oder Biogas? Bei beidem wird der Umwelt Gutes getan. Beides ist besser als pures Erdgas und wirkt der globalen CO2 Emission entgegen. Mit unserem Tarifrechner können Sie unter Angabe Ihrer Postleitzahl und Ihres Gasverbrauchs mit der Filterfunktion “nur Ökogas” den passenden Gastarif an Ihrem Ort berechnen und so gezielt nachhaltige Angebote finden. Ob Klima- oder Biogas besser ist, können Sie am Ende selbst entscheiden: Ist Ihnen wichtiger, dass CO2 kompensiert wird? Oder ist Ihnen wichtiger, dass weniger Erdgas verbraucht wird? Beides ist mit Blick auf den Klimawandel wichtig. 

 

Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, neben Ökogas auch Ökostrom-Tarife zu vergleichen, um Ihren gesamten Energiebedarf umweltfreundlich zu decken. 

 

Zertifikate

Es gibt für Ökogas verschiedene Klimazertifikate, die Standards für die Zusammensetzung des Gases und die organisatorischen Praktiken setzen. Im Folgenden haben wir die wichtigsten und meistgenutzten Zertifikate für Sie zur Übersicht aufgeführt.

 

TÜV Klimazertifikate

TÜV-Zertifikate wie beispielsweise die Auszeichnungen “Klimaneutrale Gasverbrennung” oder “Klimaneutrales Gasprodukt” belegen, dass die Treibhausgasemissionen vollständig durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen wurden. Die Verifizierungen beziehen sich meist auf die Standards TN-CC 020 (was das) und ISO 14064-3 (was das). Die Zertifizierungen sind dann normalerweise für einen festgelegten Zeitraum gültig (oft ein Jahr). Diese sollen als unabhängiger Nachweis für die nachhaltige Herkunft und Qualität von Ökogas gelten.

 

Goldstandard Ökogas

Außerdem gibt es den Goldstandard beim Ökogas. Der Goldstandard wurde entworfen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie dem WWF. Auch beim Gold Standard werden durch den Erwerb von Zertifikaten die CO2-Emissionen kompensiert, hier gelten noch strengere Auflagen für die Klimaschutzprojekte, die unterstützt werden. Zusätzlich müssen die Nachhaltigkeit und weitere relevante Aspekte transparent dargelegt werden. Goldstandard Zertifikate sind aufgrund strenger Auflagen dreimal so teuer wie andere weitverbreitete Zertifikate.

 

Grünes Gas Label

Das “Grünes Gas” Label wird von Umweltverbänden geführt, mitunter NABU und BUND. Dieses Zertifikat zeichnet Erdgastarife aus, die mindestens 10% Biogas (oder synthetisch produziertes grünes Gas) enthalten. Für das zugefügte Biogas gelten außerdem strenge Rohstoffvorgaben, zugelassen sind nur Rest- und Abfallstoffe oder landwirtschaftliche Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau. Außerdem muss ein Teil des Verbrauchspreises (min. 0,2 Ct/kWh) in den Ausbau der Energiewende fließen.