Glasfaser einfach erklärt: Alles, was du wissen müssen
Kaum ein Infrastrukturthema wird in Deutschland derzeit so intensiv vorangetrieben wie der Ausbau von Glasfaser. Gefördert durch staatliche Programme und Unterstützungen, breitet sich das Netz stetig weiter aus. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch Sie bereits mit dem Thema in Berührung gekommen sind und sich fragen, was ein Glasfaseranschluss für Sie als Verbraucher:in konkret bedeutet und ob sich dieser Umstieg für Sie lohnt.
Glasfaser ist weit mehr als nur schnelleres Internet. Es gilt als technische Grundvoraussetzung für die weitere Digitalisierung und den Fortschritt in vielen Bereichen unserer Gesellschaft. Von einer verlässlichen Wirtschaft, über eine zukunftsfähige Wissenschaft, vernetzte Mobilität, moderne medizinische Versorgung, bis hin zur digitalen Verwaltung.
Dieser Artikel liefert Ihnen die wichtigsten Basisinformationen, um das Thema Glasfaser zu verstehen und richtig einzuordnen. Hier finden Sie eine Grundlage, um sich bei Interesse in einzelne Aspekte noch weiter zu vertiefen.
Glasfaser Internet: Was ist ein Glasfaser-Anschluss?
Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Internetanschlüssen liegt im Material und in der Art der Datenübertragung. Es werden somit ein anderes Kabel, eine andere Technologie und eine andere Anschlusstechnik genutzt. Während herkömmliche Anschlüsse wie DSL auf Kupferkabeln basieren und Daten in Form elektromagnetischer Signale übertragen, werden bei Glasfaser dünne Leitungen aus Glas genutzt. Die Daten werden dabei nicht elektrisch, sondern als Lichtimpulse übermittelt.
Glasfaser vs. DSL Internet: Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
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Merkmal |
Glasfaser |
DSL |
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Hauptbestandteil |
Glas |
Kupfer |
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Übertragungsart |
Lichtimpulse |
Elektromagnetische Signale |
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Höchst Geschwindigkeit |
Bis 10.000 Mbit/s |
Bis 250 Mbit/s |
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Stabilität |
Sehr hohe Stabilität Kaum Störanfällig |
Basis Stabilität Anfälliger für Störungen |
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Leistung |
Gleichbleibend Unabhängig von Entfernung zum Verteiler |
Nimmt mit der Entfernung zur Vermittlungsstelle ab |
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Verfügbarkeit |
Ausbau noch nicht flächendeckend, stetiger zuwachs |
Nahezu flächendeckend in Deutschland |
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Preis |
Derzeit noch tendenziell etwas höher, nähert sich DSL Preisen zunehmend an |
Meist günstiger, besonders bei niedrigen Bandbreiten |
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Latenz* |
Sehr niedrig |
Höher als bei Glasfaser |
*Die Zeitverzögerung, die ein Datenpaket vom eigenen Gerät zu einem Server und wieder zurück braucht
Dein Glasfaser-Lexikon: Fachbegriffe rund ums Glasfasernetz
Glasfaser Modem
Ein Gerät, welches das Lichtsignal aus der Glasfaserleitung in ein elektrisches Signal für den WLAN Router umwandelt.
Single Mode und Multi Mode Fasern
Dies sind zwei verschiedene Arten von Glasfasern, welche sich hauptsächlich durch den Durchmesser des Kerns und Mantels unterscheiden: Single Mode Fasern haben einen dünneren Kern, sowie Mantel-Durchmesser. Diese Single Mode Fasern sind geeignet für große Entfernungen und hohe Datenraten. Multi-Mode Fasern haben einen dickeren Durchmesser und ihre Verwendung ist eher für kürzere Distanzen geeignet, wie beispielsweise in Rechenzentren.
Die Bandbreite
Dies beschreibt die maximale Menge an Daten, die pro Sekunde über die Verbindung übertragen werden können, gemessen in Mbit/s. Das bedeutet: Je größer die Brandbreite, desto mehr Daten können übertragen werden.
Eine symmetrische Bandbreite
Upload und Download Geschwindigkeit sind exakt gleich groß. Somit werden Daten mit derselben Geschwindigkeit empfangen (Download) und gesendet (Upload).
Die Latenz
Die Zeitverzögerung, die ein Datenpaket vom eigenen Gerät zu einem Server und wieder zurück braucht.
Fiber to the home FTTH
Dieser Begriff bedeutet “Faser bis nach Hause” und beschreibt die Verlegung eines Glasfaserkabels bis direkt in die Wohnung oder das Haus, sodass ein Anschluss ohne Kupferleitungen mit nur Glasfaser erfolgen kann. Somit bietet FTTH die schnellste Verbindung bis nach Hause.
Fiber to the building FTTB
Diese Bezeichnung heißt übersetzt “Faser bis zum Gebäude” und ist somit der Anschluss an Glasfaser direkt bis ins Gebäude, dort führt dies meist in den Keller oder Hausanschlussraum und wird dann mithilfe des Glasfasermodems auf Kupferleitungen übertragen. Somit findet hier, anders als bei FTTH, von dem Anschluss bis in die Wohnung der konventionelle Weg mit Kupferkabeln statt.
Fiber to the curb FTTC
Dies bedeutet “Faser bis zum Bordstein” und beschreibt die Verlegung des Glasfaserkabels bis zum Verteilerkasten, welcher sich meist am Straßenrand befindet. Von dort aus wird die Verbindung über eine deutlich längere Kupferstrecke bis ins Gebäude fortgeführt als bei FTTB.
Technische Funktion: Wie Licht Daten im Glasfasernetz überträgt
Glasfaser nutzt Licht zur Informationsübertragung. Physikalisch lässt sich Licht sowohl als elektromagnetische Welle als auch als diskretes Lichtteilchen, den sogenannten Photonen beschreiben; eine Eigenschaft, die auch Welle-Teilchen-Dualismus genannt wird. Bei dieser Erklärung reicht die vereinfachte Vorstellung eines Lichtstrahls aus.
Eine Glasfaser besteht aus einem Faserkern, der von einem Fasermantel umgeben ist. Der Kern hat einen höheren Lichtbrechungsindex als der Mantel, dadurch wird das Licht an der Grenzfläche zwischen beiden nicht gebrochen, sondern vollständig reflektiert: Dies wird Totalreflexion genannt. Das funktioniert allerdings nur, wenn das Licht in einem ausreichend flachen Winkel (größer als der Grenzwinkel) auf diese Grenzfläche trifft. Durch diese fortlaufende Reflexion läuft das Licht nahezu verlustfrei durch die Faser, auch über große Entfernungen und leichte Biegungen hinweg.
Um Kern und Mantel befindet sich zusätzlich ein Kunststoffmantel sowie weitere schützende Hüllen, die die empfindliche Glasfaser vor mechanischer Beschädigung, Feuchtigkeit und äußeren Einflüssen schützen.