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Solarthermie BAFA Förderung

Mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert der Staat erneuerbare Energien in der privaten und gewerblichen Nutzung. Um diese Förderung zu erhalten, muss man jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen. In diesem Beitrag erklärt WechselJetzt.de kurz und präzise, welche Voraussetzungen Sie beachten müssen. Und beachten Sie: Das BAFA fördert aktuell keine Solaranlagen, die allein für den elektrischen Strom verantwortlich sind. Es geht speziell um Solarthermie, also das Heizen mit Sonnenenergie. Auch Solarstromspeicher können nicht vom BAFA gefördert werden. Doch wie funktioniert die Förderung und was sind die aktuellen Fördersätze? Hier finden Sie eine genaue Erklärung.

BEG: Heizungsförderung und Solarthermie Förderung

Wollen Sie Eigentümer einer Solarthermieanlage sein? Es gibt attraktive Fördermöglichkeiten, die vom Staat finanziert werden. Die BEG bezeichnet die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Diese wird vom BAFA ausgeführt, da das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhr für solche Angelegenheiten zuständig ist. Dabei wird unterschieden zwischen Wohn-, Nichtwohngebäuden und Einzelmaßnahmen. Die BEG existiert seit Januar 2021. Grundsätzlich können alle Maßnahmen an Gebäuden, welche die Energieeffizienz verbessern, Fördermittel des Bundes empfangen. Jedoch zählt die Förderung von Photovoltaik (Solarstrom) ausdrücklich nicht dazu. Somit geht es hier wirklich nur um die Förderung von Solarthermie.

Sie wollen Solarthermie nutzen? Die Antragstellung zur Förderung können Sie ganz einfach online erledigen. Über ein elektronisches Antragsformular des BAFA geht dies schnell und einfach. Im offiziellen BAFA Portal können Sie danach jederzeit den Status Ihres Antrags checken. Häufig wird dies aber auch durch die Firma, bei der Sie die Solarthermie-Anlage erwerben, für Sie übernommen. So müssen Sie sich erst gar nicht mit den ganzen Formularen auseinandersetzen. Doch nun erst einmal die Details über alle Voraussetzungen des BAFA für eine Förderung Ihrer Solarthermie-Anlage.

Solarthermie Anlage/ Solarkollektoranlagen

Wie funktioniert Solarthermie eigentlich? Hier als Basis ein kleiner Exkurs über diese Form des Heizens. Sonnenkollektoren wandeln Strahlungsenergie der Sonne in thermische Energie (Wärme) um. Es wird warmes Wasser oder Wasserdampf gewonnen. Dieses kann dann zum Heizen oder zur Warmwasserversorgung genutzt werden. Sonnenkollektoren haben zwei Wasserkreisläufe, welche durch einen sogenannten Wärmetauscher verbunden sind. Die Technik dahinter ist recht simpel: Dadurch, dass die Sonnenenergie das Wasser erwärmt, fließt dieses durch den Wärmetauscher nach oben und ins Heizsystem oder in die Warmwasserleitung ein. Das kalte Wasser sinkt nach unten und wird dann durch weitere Sonnenenergie erwärmt. So entsteht ein Kreislauf. Diese Art des Heizens ist erneuerbar und kann Heizkosten/Energiekosten mindern.

foto von häuserkomplex mit photovoltaik zellen

Förderfähige Kosten (Stand 10.06.2026)

Solarkollektoranlagen können mit bis zu 30% beim BAFA gefördert werden. Bei einem Austausch einer Ölheizung durch eine Wärmepumpe und Solarthermie gibt es nochmal bis zu 20% dazu, ebenso bei einer Gasheizung, die älter als 20 Jahre ist. Ein weiterer Bonus, den Sie erhalten können, ist der Einkommensbonus. Voraussetzungen hierfür sind ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von maximal 40.000 Euro im Jahr und dass es sich um eine selbst bewohnte Immobilie handelt. Die maximale Förderquote beträgt 70 % der förderfähigen Kosten. Auch wenn sich die einzelnen Boni rechnerisch auf mehr als 70 % summieren würden, wird maximal eine Förderung von 70 % ausgezahlt. Generell können Sie die Unterstützung des BAFA bei folgenden Investitionen erhalten:

  • Anschaffungskosten der Solarthermieanlage

  • Kosten der Installation und Inbetriebnahme

  • Nebenkosten und Investitionen für Arbeiten an der oder für die Anlage

  • Kosten für Beratungs-, Planungs- und Baubegleitungsleistungen

Im Rahmen einer Energieberatung kann ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt werden. Er zeigt schrittweise sinnvolle Sanierungsmaßnahmen auf und kann bei förderfähigen Einzelmaßnahmen einen zusätzlichen Bonus ermöglichen. Wohngebäude können bis zu 120.000 € brutto zur Förderung der Investition in Solarthermie erhalten. Nichtwohngebäude können sogar bis zu 3,5 Millionen € erhalten. Spezifische Informationen finden Sie im BAFA Merkblatt über förderfähige Kosten.   

Auch gibt es von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zinsgünstige Kredite, die die Finanzierung der Anschaffung einer Solarthermieanlage weiter erleichtern können.

Eine Art des Heizens

Die geförderte Anlage muss der Erzeugung von Warmwasser oder dem Zweck des Heizens dienen. Eine Solaranlage zur Stromerzeugung wird in keinem Fall vom BAFA gefördert. Es geht ausschließlich um Solarthermieanlagen (Solarkollektoranlagen). Sonnenkollektoren lassen sich sehr gut mit Photovoltaikanlagen kombinieren, die Sonnenenergie in elektrischen Strom umwandeln.

Solar Keymark

Das Solar Keymark ist ein Zertifikat, welches Solarkollektoranlagen und ihre Bauteile nach kritischen Tests und Überprüfungen tragen müssen, um in Deutschland vom BAFA gefördert zu werden. Auch für Kund:innen hat Solar Keymark eine Relevanz: Die Datenliste zeigt tabellarisch die Kollektoren-Kennzahlen und die Leistungen einer Solarkollektoranlage. So können auch Normalverbraucher:innen Solarthermieanlagen einfach vergleichen. Außerdem ist das Solar Keymark auch für manche europäische Förderprogramme notwendig.

Neubauten

In Neubauten gelten andere Auflagen als in bestehenden Gebäuden. Die folgenden Kriterien müssen erfüllt werden, um eine BAFA Förderung zu erhalten:

  • Die Bruttokollektorfläche muss mindestens 20 Quadratmeter groß sein.

  • Es muss ein Pufferspeichervolumen geben.

  • Es muss mindestens drei Wohneinheiten geben.

  • Nichtwohngebäude sollten mindestens 500 Quadratmeter beheizte Nutzfläche haben.

Oder

  • Es muss sich um ein Solaraktivhaus handeln, d. h. der solare Deckungsgrad anhand einer Simulationsberechnung muss mindestens 50 % betragen.

Wenn Ihr Neubau all diese Kriterien erfüllt, können Sie ganz einfach Ihren elektronischen Förderantrag ausfüllen.

Bestehende Gebäude

In bereits bestehenden Gebäuden gelten andere Kriterien:

  • Es muss eine Bruttokollektorfläche von mindestens 9 Quadratmetern geben (Flachkollektoren). Bei Vakuumröhrenkollektoren müssen es 7 Quadratmeter sein. Wenn Sie Luftkollektoren nutzen, haben Sie Glück, denn dafür gibt es keine Mindestfläche.

  • Der Pufferspeicher muss ein Volumen von mindestens 40 Litern pro Quadratmeter haben, wenn es sich um Flachkollektoren handelt. Bei Vakuumröhrenkollektoren müssen es 50 Liter sein. Auch hier gibt es keine Vorgaben für Luftkollektoren.

  • Falls Ihre Solarthermieanlage dem alleinigen Zweck der Wassererwärmung dient, muss die Bruttokollektorfläche 3 Quadratmeter groß sein und der Pufferspeicher muss 200 Liter aufnehmen können.

Dies sind viele, abstrakte Zahlen und Maßeinheiten. Nehmen Sie sich die Zeit, die vorgesehene Fläche in Ruhe auszumessen. Im folgenden Absatz erklären wir noch einmal, was der Pufferspeicher eigentlich ist.

Der Pufferspeicher

Pufferspeicher haben eine intensivere Wärmedämmung als herkömmliche Wasserspeicher. Die Wände sind 10 bis 20 cm dick. Sie wurden speziell zu dem Zweck entwickelt, Wärme für Heizungen zu speichern. Prinzipiell funktionieren Pufferspeicher für viele Heizsysteme, doch in der Praxis kommen sie vor allem bei erneuerbaren Energien zum Einsatz. Pufferspeicher besitzen einen großen und gut isolierten Kessel mit Wasser. Dort wird das Wasser mit einem Heizstab erwärmt und dann fließt es in die Heizkörper des Gebäudes. Wenn es wieder abgekühlt ist, fließt es zurück in den Speicher. Im Gegensatz zur Warmwasserbereitung von Trinkwasser, ist dies also ein geschlossener Kreislauf. Das ist das grundlegende Prinzip, aber es gibt verschiedene Ausführungen des Pufferspeichers.

Kollektoren

Flachkollektoren sind Solarkollektoren, welche eine besonders niedrige Bauhöhe haben. Flach ist hier also wortwörtlich gemeint. Aufgrund der geringen Höhe eignen sie sich hervorragend, um in bestehende Dächer integriert zu werden. 

In Neubauten werden eher Vakuumröhrenkollektoren oder Luftkollektoren verwendet. Erstere sind meist effizienter als Flachkollektoren, aber höher. Vakuumröhrenkollektoren sind besonders für das Heizen mit Solarthermie geeignet, weil sie sehr heiß werden. Zudem nehmen sie weniger Platz ein als Luftkollektoren.

Luftkollektoren verwenden Luft statt Solarflüssigkeit. Sonnenwärme wird in der Luft des Kollektors gespeichert. Diese sind sehr günstig und wartungsarm. Der Nachteil der Luftkollektoren ist jedoch, dass sie nur für Luftheizungen geeignet sind und daher nicht mit herkömmlichen Heizsystemen kombinierbar sind.

Mehr zur Funktionsweise aller Kollektoren finden Sie unter Arten von Sonnenpanelen.

Foto von Solarplatten im Sonnenuntergang

 

Auf zum Förderantrag!

Alle Kriterien erfüllt? Dann geht es los! Füllen Sie einfach den Online-Antrag aus und profitieren Sie von den Fördermöglichkeiten für Ihre Nutzung der erneuerbaren Energien!

Oder denken Sie vielleicht noch über eine Anschaffung einer Solar(thermie)anlage nach? WechselJetzt.de hilft Ihnen gerne bei der Entscheidung, ob und wo sich bei Ihnen die Solaranlage lohnt.